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18. April 2010
Buchvorstellung: Hermine, die thüringische Ehefrau des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II.


 
Buchvorstellung durch Heinrich Prinz von Hannover (Verleger, Göttingen) und Herausgeber Dr. Jens-Uwe Brinkmann.

Der Kaiser und ich
Mein Leben mit Kaiser Wilhelm II. im Exil
Hermine Prinzessin von Preußen (Autorin)
Herausgegeben und aus dem Niederländischen übersetzt von Dr. Jens-Uwe Brinkmann, Lüneburg.
ISBN 978-3-932313-26-4
MatrixMedia Verlag Göttingen, 170 Seiten, Euro 19,90
Zahlreiche Abbildungen und drei Stammtafeln

Hermine (1887-1947) war eine geborene Prinzessin Reuß (älterer Linie) aus Greiz.
Sie war in erster Ehe verheiratet mit Johann Georg Prinz von Schoenaich-Carolath und hatte aus dieser Beziehung fünf Kinder. Ihr Ehemann verstarb kränkelnd bereits im Jahre 1920 im Alter von 47 Jahren. Hermine wurde also mit 33 Jahren Witwe und hatte fünf minderjährige Kinder, bevor sie den Kaiser 1922 in Doorn (Niederlande) ehelichte.

Hermine (1887-1947), zweite Ehefrau von Kaiser Wilhelm II., ist von ihren Zeitgenossen häufig nicht sehr positiv beurteilt worden; daran mögen ihre Lebenstüchtigkeit und ihr daraus resultierendes Selbstbewusstsein nicht ganz unschuldig sein, andererseits auch ihr leidenschaftliches Temperament, welches sich bis hin zu Wutausbrüchen steigern konnte. Bei der Lektüre ihrer Ausführungen lässt sich erkennen, dass sie eine außergewöhnlich gebildete und vielseitig interessierte Frau war, die durchaus ihre - von ihrer Position als Mitglied einer alten Familie regierender Fürsten geprägte - eigene Meinung zu den Ereignissen ihrer Zeit hatte und diese auch vehement vertrat.

Der hier vorgelegte und mit Kommentaren versehene Text erscheint zum ersten Mal gedruckt auf Deutsch - mehr als achtzig Jahre nach der Veröffentlichung in englischer Sprache in England und den Vereinigten Staaten. Dabei handelt es sich um die Übersetzung einer niederländischen Fassung, welche - stark gekürzt gegenüber der englischen und dadurch wesentlich gestraffter - als Sonderpublikation des in den Niederlanden seinerzeit äußerst populären Wochenblatts „Het Leven“ unter dem Titel „Mijn Leven en hoe ik den Keizer trouwde“ (Mein Leben und wie ich den Kaiser heiratete) erschienen ist. Das genaue Erscheinungsjahr ist im Impressum der Publikation nicht vermerkt, doch kann mit einiger Sicherheit vermutet werden, dass die Veröffentlichung in den frühen 30er Jahren erfolgte. Der zugrundeliegende englische Text entstand auf Anregung und mit Unterstützung des amerikanischen Journalisten George Silvester Viereck und wurde - gewisse stilistische „Eigenheiten“ lassen dies vermuten - von der Autorin selbst verfasst; die niederländische Übersetzung bemühte sich, deren sehr persönlichen Stil zu übernehmen, so dass - allen Kürzungen zum Trotz - auch hier ein deutlicher Eindruck von ihrer persönlichen Gedankenwelt und deren Umsetzung in Sprache vermittelt wird. Dies auch in der deutschen Fassung zu erhalten, war dem Übersetzer ein Anliegen, geht es doch darum, eine zeitgenössische Schilderung der Lebensumstände des letzten deutschen Kaisers aus unmittelbarer Nähe möglichst authentisch zu überliefern.

In ihren Schilderungen vermittelt sie ein bemerkenswert lebendiges Bild vom Leben des Kaisers und seiner Umgebung in dem 1920 von ihm als Wohnsitz erworbenen Haus Doorn in den späten zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Man war - bedingt durch die Sorge der niederländischen Politik einerseits um die Sicherheit des hohen Gastes, dem sie Exil gewährt hatte, andererseits um Korrektheit gegenüber den Alliierten - zwar eingeschränkt in der Bewegungsfreiheit, doch wurde die kleine „Residenz“ in der niederländischen Provinz zu einem Zentrum der Kaisertreuen in Deutschland. Es blieb ein kleiner Hof mit den gewohnten Formen des Zeremoniells bei offiziellen Gelegenheiten. Die enge Gemeinschaft führte jedoch dazu, dass sich mehr persönlich geprägte Beziehungen entwickeln konnten, als das in den Jahren der Regierung des Kaisers in Berlin der Fall gewesen war.


Der Herausgeber:
Jens-Uwe Brinkmann, Dr. phil., geboren 1944 in Hildesheim, Schulzeit in Düsseldorf, Studium der Kunstgeschichte mit Nebenfächern Klassische Archäologie und Theater-wissenschaft in Köln. 1972 - 2005 Museumstätigkeit in Lübeck und Göttingen, zahlreiche Publikationen zu kunst- und kulturgeschichtlichen Themen. Jens-Uwe Brinkmann lebt und arbeitet in Lüneburg.



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