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03. April 2009
Buchvorstellung und Gespräch mit Wolfgang Welsch: "Die verklärte Diktatur. Der verdrängte Widerstand gegen den SED-Staat


 
Der ehemalige Fluchthelfer Wolfgang Welsch stellt sein neuestes Buch vor. Im Gespräch mit Bernd Winkelmann (Adelsborn, Pfarrer i.R.); Moderation: Prof. Dr. Raban Graf von Westphalen

Eines der wichtigsten Bücher zur Anatomie der DDR-Diktatur und der Aufarbeitung ihrer Geschichte in der Bundesrepublik Deutschland hat der derzeit selbst vom Verfolgten des Regimes zum Staatsfeind erklärte Autor Wolfgang Welsch unter dem Titel „Die verklärte Diktatur“ nun vorgelegt. Seine
streitbare, zugleich jedoch ebenso feinsinnige Analyse, zweifellos von eigenem Erleben geprägt und gerade deswegen unbestechlich, klar und wahr, legt schonungslos die dem Sozialismus als Ideologie inhärente Inhumanität offen, die unzähligen Menschen im Dienste der Idee schweres Leid zugefügt hat. Heute werden ausgerechnet die Opfer marginalisiert und ausgeblendet.

Schon einmal waren es in der Nachkriegszeit die Täter gewesen, die unter Ausnutzung staatlicher Normen schrittweise ihre Amnestie und Rehabilitierung durchgesetzt hatten. Weit weniger als damals wurden in der Zeit nach 1989 jedoch Verbrechen aus der DDR verfolgt und in der geringsten Zahl rechtskräftige Strafen von der bundesdeutschen Justiz verhängt. Welsch nennt Zahlen, Na- men, Fakten und Fälle. Er weist nach, wie auch die intellektuellen Eliten des Westens korrumpiert durch eine scheinbar friedfertige Politik des „Wandels durch Annäherung“ (Egon Bahr) oft genug selbst den Schalmeienklängen der DDR-Führung um Erich Honecker bis kurz vor der Wende erlagen, wenn sie nicht sogar als willfährige Zuarbeiter geraten waren.





Wolfgang Welsch (Jg. 1944)

Soziologe und Publizist

Als ehemalige Fluchthelfer geriet Welsch nach einem Fluchtversuch aus der DDR in Isolationshaft. 1971 wurde er schließlich freigekauft. Da er anschließend rund 200 DDR-Bürgern zur Flucht in den Westen half, gab es durch die Staatssicherheit mehrere Mordversuche auf ihn. Welschs Autobiografie von 2001: „Ich war Staatsfeind Nr. 1“ wurde 2004 unter dem Titel „Der Stich des Skorpion“ mit Jörg Schüttauf und Martina Gedeck verfilmt.

Zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer, erscheint das Buch „Die Verklärung der Diktatur. Der verdrängte Widerstand gegen den SED-Staat. Darin beschreibt der Autor die Grundlagen des Widerstands, die fortschreitende Geschichtsklitterung und eine ebensolche Verklärung der DDR.

Wolfgang Welsch lebt als freier Autor in Sinsheim / Baden




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